Wertimagination
In jedem lebt ein Bild, des,
das er werden soll.
Solange er dies nicht ist,
ist nicht sein Friede voll.
Friedrich Rückert (1788-1866)

Wertimagination

Wertimaginationen sind behutsam geführte „Innere Wanderungen“ zu den Wertgefühlskräften wie z.B. Mut, Freiheit, Liebe, Verantwortlichkeit, Vertrauen und zu deren Quellen, die im Unbewussten ihren Grund haben.

Wertimaginationen führen zu existentiellen Begegnungen mit den eigenen Potentialen und Möglichkeiten, die noch mehr als bis jetzt gelebt werden könnten und (vielleicht) auch gelebt werden sollten.

Der Imaginand kommt mit der eigenen Lebensgestaltungskraft in Berührung, mit seinen Potentialen an Mut, Durchsetzungskraft, Kreativität, Widerstandskraft, Selbstvertrauen, mit seinem ursprünglichen Bild und so weiter.

Sie vermitteln ferner neue Einsichten und Erkenntnisse über die eigene Person, den eigenen Typus (siehe Enneagramm) und auch über Zusammenhänge im Leben.

Diese neuen Einsichten und Erkenntnisse führen zur Veränderung der Einstellung sich selbst und dem eigenen Leben gegenüber. Eine veränderte Einstellung führt auch zu dem Wunsch, diese ins Leben hinein zu bringen. In der Wertimagination werden zudem Möglichkeiten mit Situationen anders umzugehen erfahrbar. Der Wille und die Kraft zu Veränderungen im Alltag sind für den Imaginanden in der Wertimagination konkret erlebbar.

Der Imaginand kann zu einer Begegnung mit seinem Wesenskern kommen und kann erfahren, wie dieser im Grund des Seins, wie auch immer er diesen benennen mag, geborgen ist.

Die inneren Bilder, die Werte symbolisieren, sind persönlich gefärbt. Darüber hinaus können allgemeingültige Leitlinien für ein gelingendes Leben erfahrbar werden.

Wertimaginationen sind zielorientiert, das heißt, dass vor der „Wanderung“ ein dem Imaginanden und seiner aktuellen Situation angemessenes Ziel verabredet wird. Diese Ziele sind Wert- und Ressourcen-orientiert. Den Weg zum Ziel begleitet ein behutsam geführter Dialog zwischen Mentor und Imaginand.

Nie geht es jedoch um ein Müssen, sondern immer nur um eine Einladung der eigenen Seele. Es ist der Imaginand, der in Freiheit entscheidet, ob er sich darauf einlassen möchte oder nicht.

Der Weg durch diese inneren Landschaft wird von den Wertgestalten gewiesen, die Werte und Gefühlskräfte personifizieren (z.B. der "Lebensbejaher" als Personifizierung der Lebensbejahung).

Der Mentor hat bei seiner Begleitung immer im Blick, den Imaginanden auch dazu anzuleiten, selbstständig zu imaginieren.

Wertimaginationen zeigen die Polyphonie der Seele und der inneren Welt und machen diese erfahrbar. Somit sind sie eine wichtige Grundlage für das Wertorientierte Gespräch.

Es ist die Art der Begleitung und das anschließende Wertorientierte Gespräch, die die Wertimagination zu einer besonders konkreten und hilfreichen Methode in der Arbeit mit Inneren Bildern macht. Sie kann zu gewinnbringenden Veränderungen für das alltägliche Leben führen.

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